Multiple Sklerose

Erwachsene mit Multipler Sklerose sitzt in einem bequemen Stuhl. Eine Logopädin führt mit ihr Atem- und Stimmübungen durch.
 

Zusammenfassung

Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die je nach betroffenen Bereichen auch Sprechen, Stimme und Schlucken beeinträchtigen kann. Die Logopädie hilft, diese Funktionen gezielt zu unterstützen, die Verständlichkeit zu verbessern und das Essen und Trinken sicherer zu gestalten – für mehr Kommunikation und Lebensqualität im Alltag.


Was ist Multiple Sklerose?

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronische Erkrankung, bei der das körpereigene Immunsystem Strukturen im zentralen Nervensystem angreift. Je nachdem, welche Bereiche betroffen sind, kann MS sehr unterschiedliche Symptome hervorrufen und in Schüben oder fortschreitend verlaufen.

Sind Bereiche betroffen, die für Sprechen, Stimme oder Schlucken zuständig sind, können logopädisch relevante Symptome auftreten. Dazu gehören eine undeutliche oder verwaschene Aussprache (Dysarthrie), Veränderungen der Stimme sowie Schwierigkeiten beim Schlucken (Dysphagie). Auch die Atem-Stimm-Koordination und das Sprechtempo können betroffen sein. Die logopädische Therapie setzt gezielt an diesen Funktionen an.

Mögliche logopädisch relevante Symptome:

•     Undeutliche, verwaschene oder verlangsamte Aussprache (Dysarthrie)

•     Veränderungen der Stimme, z. B. leise oder angestrengte Stimmgebung

•     Schwierigkeiten beim Schlucken (Dysphagie)

•     Eingeschränkte Atem-Stimm-Koordination

•     Erschöpfung, die sich auch auf Sprechen und Kommunikation auswirkt

Wer diagnostiziert Multiple Sklerose?

Die Diagnose stellen Neurolog:innen auf Basis verschiedener Untersuchungen. Die medizinische Behandlung und Verlaufskontrolle erfolgt ebenfalls neurologisch, häufig im Rahmen einer langfristigen Begleitung.

Die Logopädie kommt ins Spiel, wenn Sprechen, Stimme oder Schlucken betroffen sind. Dabei achten wir auf:

•     Die Verständlichkeit und Genauigkeit der Aussprache

•     Stimmklang, Lautstärke und Belastbarkeit der Stimme

•     Die Schluckfunktion und die Sicherheit beim Essen und Trinken

•     Die Koordination von Atmung und Stimme

Ziele der Therapie

•     Verbesserung oder Erhalt einer verständlichen Aussprache

•     Unterstützung von Stimmkraft und Stimmbelastbarkeit

•     Sicheres Schlucken und Verringerung des Verschluckungsrisikos

•     Förderung der Atem-Stimm-Koordination

•     Erarbeitung alltagstauglicher Strategien für Kommunikation und Mahlzeiten

Zusammenarbeit und Ganzheitlichkeit

Die Begleitung bei MS gelingt am besten im Zusammenspiel mehrerer Disziplinen. Neurologie, Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie ergänzen sich, und die Therapie wird an den individuellen Verlauf angepasst. Die Logopädie konzentriert sich dabei auf Sprechen, Stimme und Schlucken und hilft, diese Funktionen so gut wie möglich zu erhalten – damit sich Betroffene sicher verständigen und am sozialen Leben teilhaben können.

Häufige Fragen (FAQs)

Beeinträchtigt MS immer das Sprechen oder Schlucken?

Nein. Ob Sprechen, Stimme oder Schlucken betroffen sind, hängt davon ab, welche Bereiche des Nervensystems betroffen sind. Treten solche Symptome auf, kann eine logopädische Therapie sinnvoll sein.

Was ist eine Dysarthrie bei MS?

Eine Dysarthrie ist eine Störung des Sprechens, bei der die Aussprache durch eine beeinträchtigte Steuerung der Sprechmuskulatur undeutlich oder verwaschen wird. Die Logopädie arbeitet gezielt an Verständlichkeit und Sprechkontrolle.

Kann Logopädie bei MS-bedingten Schluckstörungen helfen?

Ja. Die logopädische Diagnostik und Therapie unterstützt dabei, das Schlucken sicherer zu gestalten und das Risiko des Verschluckens zu verringern.

Wie oft ist eine Therapie sinnvoll?

Das richtet sich nach den individuellen Symptomen und dem Verlauf. Da MS sehr unterschiedlich verlaufen kann, wird die Therapie individuell geplant und angepasst.

Disclaimer

Unsere Blogbeiträge dienen dazu, Wissen zu teilen und über verschiedene Störungsbilder und Therapiemöglichkeiten zu informieren. Die Inhalte wurden mit größter Sorgfalt und nach aktuellem Wissensstand erstellt – sie können und sollen jedoch keine persönliche medizinische oder therapeutische Beratung oder Behandlung ersetzen.

Wenn Sie selbst betroffen sind oder Fragen zu Ihrer individuellen Situation haben, wenden Sie sich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine erfahrene Therapeutin bzw. einen erfahrenen Therapeuten. Nur im direkten persönlichen Kontakt kann eine passende Diagnose gestellt und eine geeignete Therapieempfehlung gegeben werden.

Wir übernehmen keine Haftung für eventuelle Folgen, die sich aus der eigenständigen Anwendung oder Interpretation der hier dargestellten Informationen ergeben.

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