Frühkindliche Ess-, Trink- und Fütterstörung (FFES)

Ein Kleinkind sitzt entspannt in einem Hochstuhl. Eine Logopädin führt sanft einen Löffel mit Brei zum Mund des Kindes. Der Fokus liegt auf der Mundmotorik und der positiven Interaktion während des Fütterns
 

Zusammenfassung

Eine frühkindliche Ess-, Trink- und Fütterstörung (FFES) zeigt sich in anhaltenden Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme im Säuglings- und Kleinkindalter. Die Ursachen sind oft vielschichtig – körperlich, sensorisch, oralmotorisch oder im Zusammenspiel von Kind und Bezugsperson. Eine frühe, interdisziplinäre Abklärung und Therapie unter Einbindung der Logopädie hilft, die Nahrungsaufnahme sicher und entspannt zu gestalten.


Was ist eine frühkindliche Ess-, Trink- und Fütterstörung (FFES)?

Als FFES bezeichnet man anhaltende Schwierigkeiten beim Essen und Trinken in den ersten Lebensjahren, die sich nicht allein durch eine vorübergehende Phase erklären lassen. Betroffene Kinder haben häufig Probleme beim Saugen, Trinken, Kauen oder Schlucken, lehnen Nahrung ab oder akzeptieren nur ein sehr eingeschränktes Spektrum an Speisen.

Die Ursachen können körperlicher, sensorischer, oralmotorischer oder emotionaler Natur sein – oft wirken mehrere Faktoren zusammen. Auch das Zusammenspiel zwischen Kind und Bezugsperson in der Füttersituation spielt eine wichtige Rolle. Bleiben die Schwierigkeiten bestehen, können sie die Gewichtsentwicklung, das Wohlbefinden und die Beziehung in den Mahlzeiten belasten.

Mögliche Symptome:

•     Ablehnung von Nahrung oder anhaltend sehr wählerisches Essverhalten

•     Schwierigkeiten beim Stillen oder der Gabe der Flaschennahrung

•     Schwierigkeiten beim Saugen, Kauen oder Schlucken

•     Würgen, Verschlucken oder Erbrechen während der Mahlzeit

•     Sehr lange Mahlzeiten und große Anspannung beim Essen

•     Auffälligkeiten in der Gewichts- und Gedeihentwicklung

Wer diagnostiziert eine Ess-, Trink- und Fütterstörung?

Erste Ansprechpartner:innen sind Kinderärzt:innen, die körperliche Ursachen abklären und bei Bedarf an spezialisierte Stellen wie Sozialpädiatrische Zentren überweisen. Da die Ursachen vielfältig sind, erfolgt die Abklärung meist interdisziplinär.

Die Logopädie bringt insbesondere die Beurteilung der oralmotorischen und schluckbezogenen Fähigkeiten ein. Dabei achten wir auf:

•     Saug-, Kau- und Schluckfunktion

•     Mundmotorik und orale Wahrnehmung

•     Ablauf und Gestaltung der Fütter- bzw. Esssituation

•     Anzeichen für eine Schluckstörung mit Risiko des Verschluckens

Ziele der Therapie

•     Sichere und altersgerechte Nahrungsaufnahme ermöglichen

•     Saug-, Kau- und Schluckfunktion gezielt fördern

•     Orale Wahrnehmung und Akzeptanz für Speisen erweitern

•     Anspannung in den Mahlzeiten abbauen und die Esssituation entlasten

•     Eltern anleiten und in der Begleitung der Mahlzeiten stärken

Zusammenarbeit und Ganzheitlichkeit

Eine Fütter- und Essstörung lässt sich am besten im Zusammenspiel mehrerer Fachbereiche behandeln. Je nach Ursache arbeiten Pädiatrie, Ernährungsmedizin, Ergotherapie, Psychologie und Logopädie zusammen, und die Eltern werden eng eingebunden. Die Logopädie begleitet vor allem die mund- und schluckbezogenen Aspekte und hilft, die Mahlzeiten Schritt für Schritt von einer Belastung zu einer sicheren und positiven Erfahrung werden zu lassen.

Häufige Fragen (FAQs)

Ab wann sind Essschwierigkeiten bei kleinen Kindern auffällig?

Vorübergehend wählerisches Essen ist in der Entwicklung normal. Auffällig wird es, wenn die Schwierigkeiten anhalten, die Mahlzeiten stark belasten oder die Gewichtsentwicklung betroffen ist. In diesen Fällen ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.

Welche Rolle spielt die Logopädie bei einer Fütterstörung?

Die Logopädie beurteilt und fördert die mund- und schluckbezogenen Funktionen wie Saugen, Kauen und Schlucken. Sie unterstützt zudem dabei, die Esssituation sicher und entspannt zu gestalten.

Kann sich eine Fütter- und Essstörung von allein auswachsen?

Manche Schwierigkeiten bessern sich mit der Entwicklung, andere bestehen fort und sollten begleitet werden. Eine frühe Abklärung hilft, das Risiko von Folgeproblemen wie Mangelernährung zu verringern.

Was können Eltern in den Mahlzeiten tun?

Eine ruhige, druckfreie Atmosphäre und feste Routinen unterstützen das Kind. Konkrete, auf Ihr Kind abgestimmte Strategien erarbeiten wir gemeinsam in der Therapie.

Disclaimer

Unsere Blogbeiträge dienen dazu, Wissen zu teilen und über verschiedene Störungsbilder und Therapiemöglichkeiten zu informieren. Die Inhalte wurden mit größter Sorgfalt und nach aktuellem Wissensstand erstellt – sie können und sollen jedoch keine persönliche medizinische oder therapeutische Beratung oder Behandlung ersetzen.

Wenn Sie selbst betroffen sind oder Fragen zu Ihrer individuellen Situation haben, wenden Sie sich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine erfahrene Therapeutin bzw. einen erfahrenen Therapeuten. Nur im direkten persönlichen Kontakt kann eine passende Diagnose gestellt und eine geeignete Therapieempfehlung gegeben werden.

Wir übernehmen keine Haftung für eventuelle Folgen, die sich aus der eigenständigen Anwendung oder Interpretation der hier dargestellten Informationen ergeben.

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